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Maikäfer: Glücksbringer und Schädlinge – In diesem Jahr viele tot

In der sanften Abenddämmerung des Frühlings fliegt ein großer brauner Käfer durch den Garten und setzt sich behaglich auf einem Zweig nieder. Für die Kinder aus der Nachbarschaft ist er eine große Attraktion, ein Glücksbringer, der Kindheitserinnerungen weckt und die Fantasie beflügelt. Doch dieser Käfer ist auch ein gefürchteter Schädling, der im Wald und auf dem Acker ganze Landstriche in Mitleidenschaft ziehen kann.

Einst waren Maikäfer, wie der große braune Käfer auch genannt wird, häufige Gäste in Gärten und Wäldern. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörten sie zum Wonnemonat Mai wie das frische Grün der Bäume. Sogar in der Küche fanden sie Verwendung, wurden geröstet und in Suppen gereicht. Doch heute sind sie seltener anzutreffen, und ihr Auftauchen wird zu einem Ereignis. Zumeist kommen Maikäfer im Südwesten Deutschlands vor, wo sie sandige Böden und ein mildes Klima finden.

Das Leben eines Maikäfers beginnt in der Erde, wo er als Larve, auch Engerling genannt, drei bis fünf Jahre verbringt. Dort unter der Erde nagen sie an Wurzeln lebender Bäume und Pflanzen und gelten deshalb als Schädlinge. Dann, je nach Witterung ab Ende April bis Anfang Juni, schlüpft er aus der Erde und hat nur noch wenige Wochen Zeit, um einen Partner zu finden und seine Eier abzulegen. In dieser kurzen Zeit ist der Maikäfer auf der Suche nach energiereichen Nahrungsmitteln. Vor allem drängt es ihn nach saftigen Blattgrün von Laubbäumen wie Eichen und Kastanien. Im Notfall erweitert er seinen Speiseplan und frisst auch von Nadelbäumen.

Haben wir ein mildes Frühjahr wie in diesem Jahr, krabbeln die Käfer früher aus der Erde. Entsprechend früher beginnen sie auch mit Reifungsfraß und Paarungszeit und endet ihr Leben. 2024 war er eher ein Aprilkäfer.

In sogenannten Maikäferjahren, in denen die Insekten massenhaft auftreten, können sie ganze Waldabschnitte kahl fressen. Dies führt jedoch selten zu langfristigen Schäden, da die Bäume im Juni erneut austreiben. Viel problematischer ist die Tatsache, dass die Engerlinge während ihrer langen Entwicklungszeit Feinwurzeln fressen und damit Bäume nachhaltig schädigen können. Aus diesem Grund greifen Forstleute manchmal zu chemischen Mitteln, um den Maikäfer zu bekämpfen.

Es gibt drei Arten des Maikäfers: den Feld-Maikäfer, den Wald-Maikäfer und den seltenen Melolontha pectoralis, der vom Aussterben bedroht ist. Die Unterschiede zwischen den Arten sind gering und für Laien kaum erkennbar. Dennoch fasziniert der Anblick dieser drolligen Käfer sowohl Kinder als auch Erwachsene, und ihr Auftauchen im Frühling bleibt ein unvergessliches Erlebnis, das die Verbindung zur Natur stärkt und die Schönheit der Jahreszeiten feiert.

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