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Badeteich richtig anlegen

Badeteiche sind so individuell wie ihre Bauherren. Deren Ansprüche, finanzielle Möglichkeiten und Grundstücke schaffen die Rahmenbedingungen für die Anlage.

Mit weichem, chlor- und chemiefreiem Wasser ähnelt der künstliche See Naturteichen. Aber er bildet ein geschlossenes System, das meist mit Vlies und Folien, manchmal auch mit Ton abgedichtet ist. Nur so sind gleichbleibender Wasserstand und Sauberkeit zu erreichen.

Das A und O für ungetrübten Badespaß ist der Nährstoffgehalt – je niedriger, desto weniger Algen. Wie viel technischen Aufwand man dazu betreibt, ist abhängig von der Teichgröße und den eigenen Ansprüchen.

Die Lage richtet sich nach persönlichen. Um den Blick aufs Wasser zu genießen, empfiehlt sich die Nähe zu Haus und Terrasse. Weitgehend naturbelassene Teiche sollten nicht in praller Sonne liegen, weil die Wassererwärmung die Algenbildung fördert.

Die Form sollte man frei und ohne vermeintliche Zwänge planen. Wer wegen Bauschutt im Boden nur eine flache Grube gräbt oder die Teichkontur den vorhandenen Pflanzen anpasst, macht bloß faule Kompromisse. Und die stehen in keinem Verhältnis zur großen Investition und zur angestrebten Langlebigkeit eines Teiches.

Richtige Größe eines Badeteichs

Die Größe variiert von mindestens 25 Quadratmetern fürs Tauchbecken nach dem Saunagang bis zum Gartensee von 300 Quadratmetern und mehr. Wenn zwei Personen ihre Bahnen schwimmen wollen, braucht es sieben mal zwölf Meter. Je größer, desto besser – nicht nur für das biologische Gleichgewicht, sondern auch für die Kosten pro Quadratmeter. Ab 100 Quadratmetern verlangen die meisten Bundesländer eine Genehmigung der Baubehörde. Bis 130 Zentimeter Tiefe spricht man von einem Nichtschwimmerteich, obwohl das Schwimmen darin gut möglich ist. Dabei wird Bodenschlamm aufgewirbelt, und es kann zu Kontakt mit Wasserpflanzen kommen – doch wer seinen Teich tiefer anlegt, muss ihn oder das ganze Grundstück aus Sicherheitsgründen einzäunen.

Die Kosten sind von Größe und technischer Ausstattung abhängig und davon, wie viel Eigenleistung man erbringen kann. Garten- und Landschaftsbauer sowie Teichbaufirmen übernehmen von der Planung bis zur Bepflanzung die komplette Anlage. Wer sich mit der komplexen Materie vertraut machen will, gut koordinieren kann und zudem handwerklich begabt ist, kann bestimmte Arbeitsphasen auch selbst ausführen bzw. an Fachkräfte delegieren. Die Kosten lassen sich so maximal auf ein Viertel senken. Aber zu bedenken ist: Nachbesserungsarbeiten und Reparaturen sind extrem aufwendig und teuer.

Grube für einen Badeteich ausheben

Das Ausheben der Grube erledigt ein Bagger. Je detaillierter der Plan des Teiches, desto präziser kann der Baggerführer arbeiten. Dabei hilft auch die Begleitung der Aushebung vor Ort, dann muss Später von Hand mit der Schaufel nur noch nachmodelliert werden.

Die Schichtung der meisten Schwimmteiche erfolgt mit Folie. Ein Vlies zwischen ihr und dem Boden schützt sie vor dem Einsacken und entlastet sie punktuell vom Druck spitzer Steine oder Wurzeln. Das Polyestervlies muss möglichst fest und dicht verwebt sein. Seine Quellfähigkeit kann kleinere Schäden in der Teichfolie abdichten. Für die Haltbarkeit der Folie sind ihre Stärke, Wurzeldichte, UV-Beständigkeit und Dehnungsfähigkeit wichtig. PVC garantiert Langlebigkeit. Kautschukfolien können von Kohlenwasserstoffen aus dem Bodenschlamm angelöst werden. PE-Folien sind billig, aber im Schadensfall nicht reparabel. Hochwertige Folien kosten etwa 15 Euro pro Quadratmeter. An der Folie sollte man nicht sparen. Einen undichten Teich mit neuer Folie auszukleiden ist etwa so teuer wie die komplette Neuanlage.

Von oben schützen Verbundmatten, auf die Mörtel eingeschlämmt wird, die Folien. Der Uferwall wird mit Teichfolie überdeckt, die man dahinter befestigt. Wenn man sie vorher durch einen um den Teich laufenden Graben führt und erst dann am Boden fixiert, entsteht eine Senke. Da sie vom Teich getrennt ist, darf sie mit Erde gefüllt werden. Hier gedeihen die typischen Teichpflanzen wie Schilf und Rohrkolben und sorgen für die natürliche Optik, ohne in das Schwimmteichsystem hineinzuwachsen, dem Teich Wasser zu entziehen und durch Pflanzenrückstände für Trübungen zu sorgen. Sofern Teich und Senke auf gleicher Höhe angelegt werden und eine Saugsperre besitzen, funktioniert das System störungsfrei.

Der Uferrand sieht am natürlichsten aus und fängt Wellenschläge gut ab, wenn er bepflanzt ist. Dazu die Folie von der oberen Pflanzterrasse bis zum Ufergraben mit einer bepflanzbaren Ufermatte aus PVC bedecken. Sie darf nicht zu grobmaschig sein, sonst bleibt Kies, nicht aber der Sand hängen, den die Pflanzen zum Durchwurzeln brauchen. Matten aus Naturmaterialien wie Kokos oder Jute halten oft nur ein bis drei Jahre.

Kunststoff ist die Alternative. In die groben Poren wird Iehmiger Sand eingespült, anschließend können schwach wachsende Pflanzen eingesät werden. Die Reinhaltung des Wassers funktioniert ohne Filteranlagen nicht optimal und auch nur dann, wenn der Teich groß genug ist. Pflanzen am Teichboden und auf den Pflanzterrassen entziehen dem Wasser Nährstoffe und mindern das Algenwachstum. Sind der Bade- und der bepflanzte Reinigungsbereich im selben Becken angelegt, müsse beide Flächen gleich groß sein. Die Alternative ist ein Zweikammersystem, bei dem Pumpen die Sedimente absaugen und in eine Reinigungszone leiten. Von dort fließt geklärtes Wasser zurück. Das Zweikammersystem braucht bis zu zwei Drittel weniger Reinigungsfläche. Skimmer halten Wasseroberfläche von Laub und Algen frei.

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